Klausentreiben 6.Dezember
Klausentreiben 6.Dezember

Vor ein paar Jahren trug es sich zu, dass ein Arbeiter aus Norddeutschland für einen Auftrag nach Oberstdorf kam. Es war Anfang Dezember und der erste Schnee lag in den Straßen. Es war bereits dunkel, als er abends Essen gehen wollte. Seltsame Geräusche erfüllten die kalte Nacht, ein fast rhythmisches läuten und rasseln war mal leise, mal laut, zu hören.

Er bog um eine Hausecke und plötzlich standen sie vor ihm: In Fell- und Ledergewänder gehüllte Menschen, mit Tierköpfen und Hörnern auf dem Kopf, Ruten und Stöcken in den Händen, Schellen und Ketten an den Hüftgurten. Die Klausen fingen sofort an zu johlen und rannten mit erhobenen Ruten auf den Unwissenden zu. Dieser war vor Schreck kurz erstarrt. Dann rennt er los, biegt um eine Ecke, sieht einen Zaun mit Hecke, springt hinter die Böschung und kauert am kalten Boden, bis die Fellgestalten vorüber sind.

Am nächsten Morgen erzählte er seinen Kollegen von der unheimlichen Begegnung. Diese brachen in schallendes Gelächter aus und erklärten ihm, dass die Klausen (sprich: Klöüse) beim Klausentreiben jedes Jahr am Abend des 6.Dezember die bösen Geister austreiben. Und wer keine blauen Flecken riskieren wollte, an diesem Abend lieber zu Hause bleiben sollte.